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Warum? Was? Wozu?

Hallo liebe Leser,

in diesem allerersten Post, soll überhaupt erstmal beschrieben werden, was genau auf diesem Blog stattfinden wird. Vielleicht wird überhaupt niemals irgendjemand diesen Blog entdecken und dies hier lesen, aber darum geht es mir auch gar nicht. Wichtig ist es für mich, meine Gedanken aufzuschreiben und öffentlich zu machen, sodass wenn jemand wollte, sie lesen könnte.

 

Ich leide schon seitdem ich denken kann unter extremer Schüchternheit. Klar, viele denken sich jetzt: na und, ich bin auch schüchtern und außerdem fällt es doch wahrscheinlich den meisten Menschen nicht leicht, auf Fremde  zuzugehen oder fremde Situationen zu meistern. So ist es auch tatsächlich, aber bei mir ist es so und bei einigen anderen auch, dass man nicht nur diese Schüchternheit und Zurückhaltung spürt, sondern regelrecht "Angst" vor solchen Situationen hat.

Diese Angst beeinträchtigt einen in seinem allgemeinen Leben schon sehr. Ich möchte in diesem ersten Post, gar nicht zu sehr in die Tiefe gehen, auf genauere Beispiele etc. werde ich in späteren Posts noch viel mehr eingehen.

Schon während meiner Schulzeit war ich immer extrem leise und ruhig. Ich kann von glück sagen, dass es in meinem Leben eigentlich fast immer Menschen gab, die ich trotzdem als Freunde bezeichnen kann. Ich hab ein mittelmäßiges, bis eher schlechtes Abitur gemacht. Dabei hätte ich durchaus bessere Noten haben können. Meine Klausuren waren eigentlich so gut wie immer in Ordnung, aber gemeldet und zum Unterricht beigetragen habe ich von mir aus nie etwas. Wenn ich was gesagt habe, dann nur, weil der Lehrer mich dazu aufgefordert hatte. Und selbst in diesen Situationen hab ich manchmal einfach gar nichts gesagt, aus Angst davor, etwas falsches zu sagen. Bzw. aus der Angst, etwas falsches zu sagen, sodass die anderen mich dann auslachen könnten. Warum genau diese Angst bestand und auch immer noch besteht, kann ich gar nicht sagen, denn es gibt soweit ich mich erinner keine einzige Situation in der ausgelacht wurde oder in der ich mitbekommen habe, wie jemand anderes ausgelacht worden ist. Die Angst ist einfach da. Wenn man sich genauer mit dem Thema "soziale Angst" usw. beschäftigt, dann erfährt man, dass diese Angst auch keine äußerliche Ursache haben muss. Es kann genauso gut sein, dass man sie "geerbt" hat und sie in einem verwurzelt ist. Deshalb helfen auch die Ratschläge, die man sooft hört, nicht wirklich weiter. In der Schule war es dann meistens sowas wie: "melde dich doch einfach mal", meinen eltern wurde gesagt:" sagen sie ihr immer wieder, dass sie sich melden soll, dann wird das schon irgendwann". das hat natürlich nichts gebracht, denn wenn man wirklich unter einer Angststörung leidet, dann kann man sich nicht einfach mal so melden. Die Störung lässt sich nicht einfach so überwinden, das geht ja auch bei anderen Störungen, wie zum Beispiel einer Essstörung, nicht. 

Zu dem Zeitpunkt in der Schule, war mir bei weitem noch nicht bewusst, dass man unter einer solchen Störung leiden kann. Ich dachte einfach, dass ich wirklich zu ruhig und zu schüchtern bin. Vor allem dachte ich auch, dass ich dem Gymnasium bestimmt einfach nicht gewachsen bin. Was mich aber wirklich schockiert ist, dass Lehrer anscheinend keinen blassen Schimmer davon haben, dass es psychische Störungen wie diese überhaupt gibt. Ich habe nie Verständnis dafür erfahren. "Das Kind ist halt schüchtern!", "wenn du dich in der Oberstufe immer noch nicht selbstständig meldest, dann bekommst du schlechte Noten!", "es ist nicht mehr unsere Aufgabe, Schüler dran zu nehmen!" . Und wenn man bei manchen Lehrern, dann doch mal bessere Noten bekommen hatte, weil die Antworten, die man auf direkte Fragen lieferte, gut waren, dann beschwerten sich die anderen Schüler, (die sich wahrscheinlich aus Faulheit nicht meldeten, oder aber weil sie wirklich nichts wussten, auch nicht wenn sie dran genommen wurden. vor allem, da sie dann meistens patzig antworteten und auch nie Hausaufgaben gemacht hatten. wobei ich natürlich niemanden verurteilen will, denn so ist es mir ja selbst ergangen) dass die Note total unfair sei und ich ja wohl eine schlechtere verdient hätte.  Natürlich konnte ich mich nicht dagegen wehren, denn dann hätte ich mich ja vor der ganzen Klasse selbst verteidigen müssen, stattdessen habe ich einfach nichts gesagt und notfalls eine schlechtere Note in Kauf genommen.

Das ist nur ein winzig kleiner Einblick in meine Schulzeit. Ich denke, dass ich in näherer Zukunft noch weiter darauf eingehen werde, auch auf meine Ausbildung und mein Studium. Aber auch auf mein Privatleben und vor allem auf mein jetziges Leben. Denn ich habe mich endlich dazu aufgerafft, etwas gegen die permanente Angst zu unternehmen.  Das ist auch der Grund für diesen Blog. In erster Linie ist er wahrscheinlich für mich selbst, damit ich selbst meine Erlebnisse aufschreiben kann. Nur im Tagebuch ist mir das aber zu langweilig.

Bei der Bewältigung der Angst gibt es mehrere Stufen und ich denke, dass ich jetzt auf der Stufe bin, auf der ich die soziale Angst akzeptiert habe, mir ihrer bewusst geworden bin und jetzt dabei bin endlich in Angriff zu nehmen, meine Probleme zu überwinden. 

 

Für heute, soll es das gewesen sein. Ich hoffe, dass ich mich bald wieder melde

Liebe Grüße

Julia

6.10.13 17:48

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Leander (6.10.13 18:26)
Hallo Julia,
du hast das wirklich schön und offen beschrieben. Ich freu mich auf mehr.
lg Leander


(6.10.13 18:35)
Hallo Julia,
es ist eine gute Idee, darüber zu schreiben. Hast Du schon einmal über eine Therapie nachgedacht? Ich hatte einen Sohn, der unter einer Angststörung und unter Depressionen litt und mein jüngerer Sohn leidet unter "Selektivem Mutismus", was auch eine Angststörung ist und bei ihm versuchen wir gerade, eine Therapie in Angriff zu nehmen.
Aber das schreibst sicher noch mehr zu dem Thema, bin sehr daran interessiert.
Gezeichnete


Julia (9.10.13 17:58)
Vielen Dank, für das nette Feedback. Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass überhaupt jemand sich das alles durchliest

Ja, ich habe auch schon über eine Therapie nachgedacht, aber wie das so ist, sowas macht ja schon ein bisschen angst und dann vermeidet man das lieber... aber darauf werde ich später auch noch mal genauer eingehen

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